Chronologie und Historie der Bergwacht Esslingen
Im Herbst 1947 trafen sich im Gasthof Rößle in Berkheim etwa 20 junge bergbegeisterte Männer, die an einer eigenen BW-Ortsgruppe interessiert waren. Der tatsächliche Gründungstermin ist der 11. September 1948.
Das Dienstgebiet, das bis heute weitgehend unverändert besteht, sind die Burg Teck, der Sattelbogen, Breitenstein, Auchtert, Randecker Maar mit Moor, Hohegreutfelsen, Wielandsteine, Tobelfelsen.
In den nachfolgenden Sektionen ist unsere Historie in Bezug auf unsere Fahrzeuge, Gründer & Vorstände, Bauchronik und die Entwicklung und Veränderung unserer Aufgaben dargelegt. Die gesamte Chronik kann hier heruntergeladen werden.




Im Herbst 1947 trafen sich im Gasthof Rößle in Berkheim etwa 20 junge bergbegeisterte Männer, die an einer eigenen BW-Ortsgruppe interessiert waren. Der tatsächliche Gründungstermin ist der 11. September 1948.
Vorstandschronik
1948 — 1951 — Frieder Kolb
1951 — 1952 — Paul Schwarz
1952 — 1953 — Fritz Sandler
1954 — 1955 — Paul Schwarz
1955 — 1956 — Arthur Wurfer
1956 — 1958 — Paul Schwarz
1958 — 1961 — Werner Deyle
1961 — 1964 — Paul Schwarz
1964 — 1966 — Erich Kizler
1966 — 1967 — Hermann Fingerle
1967 — 1969 — Ewald Hahn
1969 — 1971 — Alwin Gruber
1971 — 1976 — Werner Deyle
1976 — 1985 — Dieter Knöll
1985 — 1988 — Gottfried Clauß
1988 — 2002 — Horst Weber
2002 — 2008 — Frank Himmelein
2008 — 2020 — Jörg Hering
2020 — 2023 — Matthias Hiel
2023 — 2025 — Ingmar Musch
2025 — heute — Carl-Luis Herrmann
Erster Stützpunkt war der inzwischen abgerissene Engelhof mit Heulager als Übernachtungsmöglichkeit.
1951
August: 14 Mitglieder der Bergwacht Esslingen beschließen den Bau einer Diensthütte. Sie soll an der Buche bei Krebsstein erbaut werden.
September: Die Gemeinde Krebsstein sagt einer Pachtüberlassung zu.
Oktober: Bau- und Lagepläne werden angefertigt.
November: Der Pachtvertrag wird abgelehnt.
Dezember: Ein zweites Grundstück „Alter Hau“ wird gefunden. Pacht und Anliegerverträge werden neu verfasst, Bau- und Lagepläne werden neu erstellt.
Januar: Das Baugesuch wird Eingereicht.
Februar: Das Forstamt lehnt das Baugesuch ab, denn der Wald hat nicht den vorschriftmäßigen Abstand zum Bau.
März: Das dritte Grundstück wird gefunden, Pacht- und Anliegerverträge werden zum dritten mal angefertigt, ein neuer Lageplan wird erstellt.
April: Der Jagdpächter erhebt Einspruch gegen den Bau der Hütte.
Mai: Das Baugesuch wird mit einem neuen Plan, der dem Vorschlag der Naturschutzbehörde Steildach entspricht neu eingereicht.
Juni: Der Plan wird geändert, da der Kreisbaumeister sich für die Hütte ein Flachdach wünscht.
Juli: Die Bergwacht beginnt, am Fundament der Hütte zu arbeiten.
August: Die Fundamentarbeiten werden durch polizeiliche Verfügung gestoppt. Paule Schwarz, Fritz Sandler, Heinz Österle und Erich Kitzler werden durch die Kripo vernommen.
September: Das Bauvorhaben wird mit dem Jagdherrn, dem Bürgermeister von Unterlenningen besprochen.
Oktober: Der Einspruch des Jagdpächters wird durch den Gemeinderat Unterlenningen zurückgewiesen.
10. Oktober: Der Bau wird genehmigt und begonnen. Damit wird die erste Bergwachthütte in Baden-Württemberg überhaupt erbaut.
1952
Erweiterungsbauten
1957 – 1992

1957: Die kleine Hütte wird erweitert
1959: Eine 500m lange Wasserleitung wird von der Hauptleitung zwischen Aschbehälter und Sattelbogen zur Hütte verlegt.
1964: Um den Schlafraum zu erweitern wird innerhalb eines Wochenendes das Dach, ohne es abzudecken, um einen Meter angehoben.
1978: Die Hütte wird im Rahmen von Renovierungsarbeiten Aus- und Umgebaut.
1979: Die Hütte wird durch ein selbst gebautes Notstromaggregat mit Strom versorgt.
1985: Die Wasserversorgung der Hütte wird an das Ochsenwanger Netz gekoppelt, denn durch den Druckabfall bei der Befüllung des Behälters am Sattelbogen ist auf der Hütte kein Wasserdruck mehr vorhanden.
1992: Der Rettungsstützpunkt wird ans Telefon- und Stromnetz angeschlossen. Dazu müssen über eine Distanz von 800m Kabel im felsigen Boden verlegt werden.
Zum Zeitpunkt der Gründung im Jahr 1948 liegt der Aufgabenschwerpunkt der Bergwacht Esslingen, einem eingetragenen Verein unter dem Zeichen des grünen Kreuzes, im Naturschutz, denn Rettungsmaterial muss erst organisiert werden. Fehlendes Material wird durch Leistung und Improvisation kompensiert.
Seit 1945 ist die Bergwacht Württemberg ein Fachrettungsdienst des Deutschen Roten Kreuzes.
Der Sommerrettungsdienst bekommt durch die zahlreichen Klettermöglichkeiten schnell Auftrieb. Spitzenkletterer wie Anton Rees, Willi Schnell und Otto Alber schließen sich der Bergwacht Esslingen an, dazu kommen zahlreiche Lehrwarte und Übungsleiter des DSV.
Während der Skisaison betreut die Bergwacht Esslingen bis in die 1960er Jahre nicht nur die Skipisten Krebsstein, Renzenhau, Randecker Maar und Bölle, sondern auch die Pisten in Aichschieß und Baach.
In den 1960er Jahren werden auf der Schwäbischen Alb die ersten Skilifte eröffnet und noch mehr Menschen auf die Pisten gelockt. Die Bergwacht baut deshalb den Winterretungsdienst aus und konzentriert ihn entsprechend der Nutzung auf die bedeutendsten Pisten. In den 1970er Jahren wurde der Winterrettungsdienst um die Betreuung der Langlaufloipen ausgebaut.
Ebenfalls in den 1970er Jahren wurde die Jugendgruppe der Bergwacht Esslingen gegründet.
1985 wird die Bergwacht in das Rettungsnetz des DRK integriert. Die Arbeit der Bergwacht wurde über die Sofortmaßnahmen am Unfallort und der Bergung aus unwegsamen Gelände hinaus um die qualifizierte Hilfeleistung bei Medizinischen Notfällen erweitert.
2005 wird die Bergwacht in das Helfer-vor-Ort-System (First Responder-System) des DRK eingebunden. Die Bergwacht Esslingen ist seither in den Gemeinden im Dienstgebiet auch als Helfer vor Ort im Einsatz.
