Drücken, Quetschen… durch!

Keine Ahnung, wie die Kleidung schlammig geworden ist...Für die Rettung aus der Höhle gibt es auch die Höhlenrettung. Und die Befahrung in der der Rauberweiden-Höhle ist auch keine Rettung aus dem Riesending. Aber das Klettern im Schlammigen Höhlenfels ist durchaus anders, als das Klettern in Fels und Halle. Und überhaupt ist es durchaus spannend, herauszufinden, wo die Höhlen hinführen, wie sie bekrochen und beklettert werden können und müssen. In diesem Sinne hat sich die Bergwacht Jugend zur Ortsbegehung auf in Richtung Herz der Schwäbischen Alb gemacht. Wir haben Höhlenmalereien entdeckt und gelernt, dass Höhlenlehm sich nicht besonders gut durch robben im Gras entfernen lässt. Der Gartenschlauch hilft da schon eher.

Rettungs-Station für durchnässte Wanderer

Am20150502_152432.geaendert Biwak bei der Bergwacht verlängerten Wochenende um den 1. Mai starteten 11 Jungen im Alter zwischen 11-15 Jahren sowie 5 Betreuer zu einer Biwak-Tour auf der Schwäbischen Alb auf. Bei dieser Gruppe handelte es sich um die „Männerakademie“ aus Pforzheim. Die „Männerakademie“ begleitet Jungen, die aufgrund ihrer familiären Situation unter großen Herausforderungen stehen und mitunter soziale Probleme aufweisen. Die letzten Wochen trainierten sie für diese besondere Tour. Unter anderem durch das Absolvieren eines Messerführerscheines. Aber auch einfache Schlafunterstände bauen und kochen am Gaskocher sollten vorher erprobt werden.  Bereits zwei Tage und Nächte waren während der Tour vergangen und die Crew wurde neben einer abenteuerlichen Befahrung der Gustav-Jakob-Höhle auch mit dem Dauerregen zu dieser Zeit konfrontiert.  Die Jungen, die größtenteils noch nie mit solch einer Situation konfrontiert waren, waren sichtlich am Ende und die Tour drohte zu kippen. Doch dann kam die Rettung. Die Rettungsstation der Bergwacht Esslingen. Die Bergretter begrüßten das Team herzlich in der warmen und trockenen Erwin-Wittmann-Hütte und stellten Platz für das Biwak zur Verfügung. Am Nächsten Tag sicherte die Jugendgruppe das spontane Angebot zum Baumklettern mit technischem Gerät ab. „Somit  wurden wir nicht nur vor der völligen Durchnässung bewahrt, sondern durften noch ein tollen Tag mit spannenden Aktionen erleben, welches den Jungs und uns sehr viel bedeutete“, stellt Rüdiger de Lenardis, Leiter der Männerakademie, dankend fest.

Die Männerakademie dankt im Namen aller Teilnehmer und Betreuer der Bergwacht Esslingen für ihre Gastfreundschaft und das tolle Kletterangebot. (R.L.)

Reanimation im Gelände

Abtransport unter BeatmungEinsatzsimulation: Ein Passant hatte im Gelände nahe dem Mittagsfels eine bewusstlose Person gefunden. Auf der Suche nach einem Geocache hat ein Freizeitsportler das Gleichgewicht verloren und stürzte. Der Verletze war kaum ansprechbar, sein Zustand verschlechterte sich zunehmend. Die Retter mussten damit den Schwerpunkt der Versorgung zunehmend auf die Kreislaufstabilisierung und Atemwegssicherung legen. Simuliert wurde schließlich der Abtransport im Gelände bei ständiger Beatmung.  In diesem Szenario müssen die Retter an der Gebirgstrage ständig Platz für eine zusätzliche Person bereitstellen, wenn nicht auf zusätzliches technisches Gerät zurückgegriffen werden kann.

Der Abtransport des Verletzten erfolgte in der Übung unter Reanimation im Einsatzfahrzeug der Bergwacht Esslingen.

Unter ständiger Spannung

Unter ständiger Spannung - Rettung im abrutschgefährlichen Gelände.Gemeldet wurde der Bergwacht Esslingen das Einsatzstichwort „Gestürzte Person Nähe Wanderparkplatz Rauberweide“. Die erste Herausforderung im Übungsszenario bestand darin, die verunfallte Person zu finden. Das Attack-Team diagnostizierte eine Verletzung an der Wirbelsäule. Im steilen Gelände erforderte das ständige Absichern von Patientin, Mannschaft und Material gegen ein Abrutschen. In dieser Situation gestaltete sich eine wirbelsäulenschonende Umlagerung der Patientin auf die Vakuummatratze als besonders herausfordernd.

Der Abtransport erschwerte sich insofern, als dass ein Teil der Rettungskräfte zeitweise für die Versorgung eines weiteren Verletzten an einer zweiten Einsatzstelle gebunden waren. Dadurch wurde die Belastung des einzelnen am Flaschenzug erhöht. Durch gute Kommunikation und eingespielte Zusammenarbeit konnten alle entstehenden Schwierigkeiten behoben werden.

Schwerstarbeit am Steinbruchfels

Im Kampf gegen Zeit und Gravitation: Einsatzsimulation am SteinbruchfelsDie Mannschaft dachte, der Schulungs- und Übungsteil des Wochenendes sei vorbei, doch der Übungsleiter rief sie überraschend zu einer Einsatzsimulation am Steinbruchfels. Der Regen war nur leicht, sorgte jedoch für gefährlich rutschiges Gelände. Mit jedem Schritt mussten die Rettenden neu entschieden, ob Steinschlag oder Rutschgefahr die größere Gefahr für sich selbst oder die Kameradinnen und Kameraden darstellte. In Nässe und Kälte galt es bei einem angenommenen Beckenbruch gegen ein Auskühlen des Patienten an zu kämpfen und den Kreislauf zu stabilisieren. Zur Sicherung des Notarztes musste ein Geländerseil aufgebaut werden.

Nach der Erstversorgung im Gelände konnte der Schwerverletzte mit der Vakuummatratze geschient und in die Gebirgstrage umgelagert werden. In dieser konnte er schwebend zum Albtrauf transportiert und dort in das vorgewärmte Bergrettungsfahrtzeug gebracht werden.

Möchten Sie die Arbeit der Bergwacht kennenlernen? Wir freuen uns über Ihren Besuch auf * * * www.bergwacht-esslingen.de * * * Von der Jugendarbeit bis hin zur Fördermitgliedschaft können Sie bei der Bergwacht auf verschiedenste Weise mitwirken.

Unterschenkelbruch direkt vor der Rettungsstation

Mit vereinten Kräften am FlaschenzugAm zweiten Tag des Vorbereitungsseminars zum SchulsanitätsCAMPS gab es für die angehenden Schulsanitäterinnen und Schulsanitäter kein Limit. Nach dem Rettungsgriff, dem Tragering, Rettungstuch, Schaufeltrage, DIN-Trage und Vakuummatratze hatten sie schon fast alles kennengelernt und ausprobiert. Und dennoch war auf die Frage: „Wollt ihr ins Gelände gehen und die Gebirgstrage kennenlernen?“ nur ein einstimmiges „JAAAA!“ zu hören.

Kurzentschlossen rüstete die Bergwacht Jugend die anwesenden mit Helm und Gurten aus und sandte einen Mimen in das abschüssige Waldgelände. Das Attack-Team versorgte die Verletzte Person. An den Statik-Seilen wurde die Gebirgstrage zur Einsatzstelle abgelassen. Gleichzeitig musste die Gruppenführerin ihr Team koordinieren. Dazu gehörte auch, für den Abtransport ein Flaschenzugsystem aufzubauen. An diesem Wurde durch das felsig-schroffe Gelände die Patientin ins gangbare Gelände gezogen. Dabei war – wie das Foto zeigt – ganzer Körpereinsatz erforderlich. Gemeinsam gelang schließlich, was für den einzelnen unmöglich gewesen wäre: Die Patientin konnte schnell und sicher zur weiteren Versorgung zur Rettungsstation gebracht werden.

 

Vorbereitungsseminar zum SchulsanitätsCAMP 2015

Wie geht das? Erste Versuche im Blutdruckmessen.Was macht die Bergwacht? Ist eine Rettung aus einem Baum anstrengend? Was unterscheidet die Bergwacht vom Straßenrettungsdienst? Auf diese und weitere Fragen gab das Vorbereitungsseminar für angehende Schulsanitäter keine Antwort sondern ein Erlebnis.

Orientiert am ABCDE-Schema des Rettungsdienstes hatten angehende Schulsanitäterinnen und Schulsanitäter die Gelegenheit, die rettungsdienstlichen Aufgaben der Bergwacht kennenzulernen und selbst einmal auszuprobieren. Schritt für Schritt führten die Bergwachtler und Vertreterinnen der Bergwacht Jugend das interessierte Publikum an die rettungsdienstlichen Maßnahmen heran. Die Zuhörerschaft regte immer wieder zur Diskussion an, denn es galt viele persönliche Erfahrungen zu diskutieren.

In den freien Minuten hüpften die Jungretter nach einer wohl anstrengenden Schulwoche wie junge Rehe durch den Wald. Tagsüber in bunten Farben aus dem frischen Grün herausstechend, Nachts im Schein der mitgebrachten Taschenlampen. Das Abendprogramm wurde abgerundet durch das Schminken von Wunden mit anschließender rettungsdienstlicher Versorgung.

Sie können unsere Arbeit als Fördermitglied oder im aktiven Dienst unterstützen. Wir freuen uns auf Ihre Fragen.

Crashrettung im Himmelreich

Doppelt gesichert ins Gelände: Bergretterin an der GebirgstrageOb wir im oder am Himmelreich waren, das konnten wir nicht sagen. Es ging um eine Crashrettung. Ziel des ersten Übungsabschnittes war es, möglichst schnell mit der Gebirgstrage zum Patienten zu kommen. Fest verbunden mit der Gebirgstrage lässt sich die Bergretterin vom Technik-Team abseilen. Dazu wird zuerst das Gelände beurteilt und das weitere Vorgehen geplant. Beim Vordringen ins Gelände kommt es dann auf die Kommunikation und taktische Änderungen an. An zwei Seilen gesichert erreichen Bergretterin und Gebirgstrage das Attack-Team, das die schnelle Erstversorgung einer Patientin der der Übung vornimmt.
Unterstützt vom Flaschenzug geht es mit vereinten Kräften dann rasch zur Hochebene, an der der Rettungsdienst die Patientin zur Fahrt ins Krankenhaus und zur weiteren Versorgung übernimmt.

Klettersteig auf der Schwäbischen Alb

IMG_0034.geaendertGeländeexpedition auf der Schwäbischen Alb: Die Jugendgruppe lernt auf ihren Exkursionen das Dienstgebiet der Bergwacht Esslingen kennen. Das Gelände erfordert dabei unterschiedliche Seiltechniken. Zur Inspektion der Örtlichkeiten am Fuß des Lämmlesfels musste die Bergwacht Jugend einen behelfsmäßigen Klettersteig errichten. Dieser ermöglichte der Gruppe das bestmögliche Eingehen auf Sicherheitsansprüche bei gleichzeitig raschem vorankommen im Gelände. Der Faktor Zeit spielt nicht nur eine Rolle in der Rettung. Auch bei einer Tour kann sie eine sicherheitsrelevante Dimension einnehmen, wenn es um den Einbruch der Dunkelheit oder die Witterung sich verschlechtert.
Die Jugendgruppe der Bergwacht Esslingen vermittelt in der Ausbildung in Mettingen wie auch auf der Schwäbischen Alb Wissen im Zusammenhang mit der Bergrettung. Das Wissen um alpine Techniken und Sanitätswesen wird gebündelt in Einsatzsimulationen. In diesen gilt es für die Jugendlichen Erfahrung zu sammeln – Erfahrung, die im Einsatz eine wichtige Ressource jeder Bergretterin und jedes Bergretters ist.
Gerne informieren wir Dich unter www.bergwacht-esslingen.de oder persönlich: *** jugendleiter@bergwacht-esslingen.de ***

Desorientiert gestürzt beim Mörikefels

Der Partnercheck - auch und gerade wenn es eilig ist.Der Schauplatz der Einsatzsimulation grenzt an das Naturschutzgebiet beim Mörikefels. In einer gemeinsamen Aktion retteten Jugendliche der Bergwacht Esslingen und die diensthabende Rettungsmannschaft eine dementiell veränderte Person. Der verunglückte 80jährige wähnte sich in seinem häuslichen Umfeld und setzte Prioritäten, die für die Bergretterinnen so gar nicht zur raschen Rettung im schwierigen Gelände passten. So standen sie stets vor dem Dilemma, ihm nicht zu Schaden, jedoch auch für sein Wohl zu sorgen: Denn das rasche und zielstrebige Handeln zum Wohl des Patienten kann rasch schädigend wirken, wenn der Betroffen Angst entwickelt, weil er die Situation nicht hinreichend versteht. Die Retterinnen begaben sich auf Neuland, ihr innerlicher Stress blieb dem Patienten verborgen, stattdessen spürte dieser nur das große Einfühlungsvermögen der Helferinnen und erlebte ein klar strukturiertes Einsatzgeschehen.