Zwei-Tage-Dauerzirkel

Rettungsfahrt im Akja. Im Hintergrund: Training in der SommerrettungEs war merkwürdig, auf die übliche Einsatzsimulation zu verzichten, und doch so sinnvoll: Bei herrlichem Alb-Winter-Wetter beschloss die Bergwacht Jugend Esslingen, am „Mönchsberggletscher“ ein Zirkeltraining durchzuführen. Zwischen dem Hochliften des Akjas und der Rettungsfahrt zum Basislager wurde inmitten der verschneiten Landschaft der Umgang mit dem Sommerrettungssystem trainiert. In den Pausen wurde Ski gefahren oder einach nur das Dasein in der Gruppe genossen. Nach Sonnenuntergang wurde in den Schminktöpfen gerührt: Hinter dem Titel RND – Realistische Notfalldarstellung – versteckt sich aber nicht nur der gekonnte Umgang mit Kunstblut und Co, sondern auch die Beschäftigung mit Unfall-Szenarien und der betroffenen Anatomie. Unter sternklarem Himmel gab es schließlich alpine Ausbildung in Schnee und Eis. Scheinbar ganz nebenbei zollt die Jugendgruppe dabei ihren Tribut: mit excellentem Einsatz in der Küche konnte die ständige Einsatzbereitschaft des Rettungsdienstes durchweg aufrecht erhalten werden! Was für ein Start in ein neues Ausbildungsjahr!

Abseilen in sternklarer Nacht

Ausbildung und Belohnung: Nächtliches Abseilen der Bergwacht JugendEin metallisches, rhythmisches Klingen war mitten in der Nacht für eine halbe Stunde auf dem Weg zwischen der Rettungsstation der Bergwacht Esslingen und dem Wielandstein zu hören. Zu hell, als dass es Kuhglocken sein könnten, zu dumpf für den vorweihnachtlichen Rentierschnlitten. Es sind die Karabiner und Abseilgeräte der Bergwacht Jugend, die sich in herbstlicher Frische einem besonderen Abenteuer stellte. Möglichst leise galt es ein paar Meter näher zum Sternenhimmel hochzuklettern, bevor es am Seil entlang in die Tiefe ging. Neben der Abseilerfahrung galt es, die auf die Wahrnehmung in der Nacht zu achten: Wie verändert sich die räumliche und zeitliche Orientierung bei der reduzierten Sicht in der Nacht? Welche Geräusche werden anders oder neu wahrgenommen? Wie wirken Kälte und Bodenfeuchte in der Nacht? Unter diesen Voraussetzungen hörte man hier und da ein Steinchen knirschen und sogar das leise Surren des Seilmantels am Abseilgerät. Nach dem zweiten Mal Abseilen entschieden wir uns in Anbetracht der fortgeschrittenen Uhrzeit gegen eine erneute Runde und für den Nachhauseweg. Und wir sind uns sicher, dass das Matratzenlager nach der Nachtwanderung noch wärmer, noch weicher und noch kuscheliger war als sonst.

Kooperation von DAV und Bergwacht fortgesetzt

Andreas Bopp vom DAV und Dirk Schulze, "Außenminister" der Bergwacht Jugend bei der SchlüsselübergabePünktlich zum Beginn der dunkleren und kühleren Jahreszeit geht die langjährige und bewährte Kooperation zwischen Bergwacht und Deutschem Alpenverein (DAV) nicht nur in eine neue Runde, sondern auch näher zum Dienstgebiet. Die jahrelange Kooperation mit der DAV Bezirksgruppe Esslingen musste im vergangenen Jahr und bis auf Weiteres durch die Sperrung der Kletterwand in der Flandernstraße ruhen. Dass die Ausbildung im Klettern sowie der behelfsmäßigen Rettung jetzt wieder koordiniert ablaufen kann, verdanken wir dem Entgegenkommen der DAV Bezirksgruppe Kirchheim. Die Kooperation trägt seit Jahren reiche Früchte: Der Alpenverein ermöglicht die Ausbildung von Profis der Bergrettung – und die Bergwacht sichert die Klettergebiete auf der Schwäbischen Alb durch den Fachdienst für die Rettung im unwegsamen Gelände ab. An anderer Stelle erweitert die Bergwacht Esslingen unter dem Titel „Retten im Gebirge“ die Ausbildung des DAV. Und schließlich baut die Bergwacht auf das Wissen, das in der Alpenvereins-Sicherheitsforschung gewonnen wurde auf. Lieber Alpenverein: Vielen Dank!

Großübung der Bergwacht-Bereitschaften auf der Lenninger Alb

Am 3. Oktober übten die drei Bergwachten der Lenninger Alb, Bereitschaft Esslingen, Lenninger Tal und Stuttgart an der Ruine Sperber die Rettung aus absturzgefährdetem Gelände. Angenommen wurden drei Verletzte nach einem Mountain-Bike-Unfall. Die drei Verletzten wurden von den beiden anwesenden Bergwacht-Notärzten und Rettungsassistenten versorgt und mittels Gebirgstrage zum Rettungsmittelhalteplatz transportiert. Dabei mussten mehrere Felsvorsprünge überwunden werden. Das Gelände war sehr anspruchsvoll, so dass die durch die ersten erkundenden Kräfte aufgebauten Geländerseile dankend angenommen wurden. Beim Abtransport waren einige Kniffe anzuwenden, so mussten z.B. die Gebirgstragen teilweise, nachdem der Patient darauf fixiert war, zum Abtransport in Falllinie langsam gependelt werden.

Pate des Szenarios war ein realer Einsatz, der sich im Frühjahr so ähnlich zugetragen hatte. Fazit der Übung lautete: „Gut gemacht, Bergwacht-Frauen und  -Männer!“ Die Übung zeigte auch die Schlagkraft der drei Bereitschaften, die Hand in Hand arbeiten mussten.

Die Bereitschaft Esslingen dankt an dieser Stelle den Kameraden der Bereitschaft Stuttgart für’s Organisieren der Übung.

Herzliche Einladung zum Tag der offenen Türe am 9. Oktober 2016 ab 10.00 Uhr

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Beachten Sie bitte die geänderte Verkehrsführung!

Die Anschlussstelle Kirchheim/Teck Ost ist ab dem 9. Oktober in Fahrtrichtung München komplett gesperrt. Alternative Anfahrt über AS Aichelberg, Weilheim/T. in Richtung Bissingen/T. und Ochsenwanger Steige.


Sie haben die Einklinktage verpasst? Sie wollen unsere Arbeit unterstützen? Sie wollen den goldenen Herbst genießen? Besuchen Sie den Tag der Offenen Tür der Rettungsstation der Bergwacht Esslingen bei Ochsenwang.

Los geht’s um 10:00 Uhr an der Erwin-Wittmann-Hütte beim Engelhof Ochsenwang.

Genießen Sie auf einer Wanderung die Schwäbische Alb. Steigen Sie mit uns in die Bäume. Wir freuen uns auf Ihren Besuch. Sie können sich dort ausgiebig über das breite Engagement der Bergwacht Esslingen informieren.
Gerne zeigen wir Ihnen, was nur zwischen den Zeilen Entdeckt werden kann, etwa die Begeisterung der Jugendlichen, die sich  mit der Gebirgstrage abgeseilt haben, die gemeinsam mit dem Flaschenzug Patienten gerettet haben. Die den Notarzt mit dem Geländerseil zur Einsatzstelle gebracht haben oder einfach nur Spaß am Funk oder Abseilen hatten.

Liebe Jugendlichen,
am Sonntag 09. Oktober habt ihr beim Tag der Offenen Tür auf der Schwäbischen Alb die Gelegenheit die Rettungsstation der Bergwacht Esslingen kennenzulernen. Bringt am Freitag oder Sonntag am besten eure Berg- oder Wanderstiefel mit – oder alternativ die Schuhe, die Ihr zur Einsatzsimulation auf der Schwäbischen Alb anziehen würdet. Dann können wir gemeinsam die nächste Einsatzsimulation planen.

Einklinktage der Bergwacht-Jugend Esslingen

Am 30 September ist es wieder so weit: Die Bergwacht Jugend startet ins neue Schuljahr und bietet allen Interessierten einen kostenlosen und unverbindlichen Einklinktag. Du bist zwischen 12 und 16 Jahren?

Du hast Lust auf Klettern, Interesse am Rettungsdienst und möchtest mit sehr viel Spaß zusammen mit Gleichaltrigen die Schwäbische Alb auf eine etwas andere Art und weise zu erkunden und neues zu lernen?

Dann bist du bei uns genau richtig!
Komm einfach bei uns in der Rosenstr. 32 in Mettingen vorbei, da stellen wir uns und unsere Arbeit vor. Wir freuen uns über jeden der kommt also kannst du auch noch ein paar  Freunde mitbringen die sich auch vorstellen können bei uns mitzumachen.

Nächste Termine:
30. September 17:30 – 19 : 00 Uhr in Mettingen Rosenstr. 32 – Einklinktag

9. Oktober, Erwin-Wittman-Hütte beim Engelhof/Ochsenwang: Tag der offenen Tür mit Kletteraktionen.

Bei Fragen melde Dich einfach bei unseren Jugendleitern: jugendleiter@bergwacht-esslingen.de

 

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Helfen auf dem „Twiel“ – Sanitätsdienst beim Burgfest

Es ist schon eine kleine Tradition der Bereitschaft. Der Sanitätsdienst beim Burgfest auf dem Hohentwiel. Das Fest in der im 10 Jahrhundert erstmals erwähnten Burg auf dem 686 Meter hohen, erloschenen Vulkankegel ist ein Publikumsmagnet.

Bei bestem Wetter machten sich 5 Bergwachtmitglieder auf in Richtung Singen am Hohentwiel gefahren, um die dortigen Kollegen beim Sanitätsdienst mit Bergrettungskompetenz und -material zu unterstützen.
Die Aufgabe besteht darin den Patient von der oberen Festung zum Ausgang der Ruine zu bringen, nur bis hier her ist für den Rettungswagen ein Durchkommen möglich. Dabei leistet die Gebirgstrage und das Bergrettungsfahrzeug sehr gute Dienste.
Und weil Bergwacht’ler in der freien Natur zu Hause sind, wurde kurzerhand der Samstag für die Kletterausbildung am Mägdeberg genutzt. Dabei sind andere Elemente als Berg und Fels kein Grund für Scheu: Das Strandbad am Rhein wurde kurzer Hand zur wohltuenden Abkühlung genutzt.
Die Kameradschaft kam an diesem wirklich gelungenen Wochenende wirklich nicht zu kurz. Am Samstagbend war das gemeinsame Grillen mit den Rotkreuzlern aus Singen ein gelungener Tagesabschluss.

Traditionelle Sonnwendfeier

Der längste Tag des Jahres war für die Bereitschaftsmitglieder ein Grund zu feiern. Am 25. Juni – zugegeben, nicht ganz auf den Tag genau – war es bei der Bergwacht Esslingen dann soweit.

Alle packten mit an: Vor der Hütte der Bereitschaft wurde bereits am Mittag ein großes Feuer vorbereitet. Holz musst zusammen getragen werden und in der richtigen Reihenfolge dann auf dem Feuerplatz aufgeschichtet werden. Die Jugendgruppe konnte in einer Einsatzübung Ihre Einsatzfähigkeit unter großer Aufmerksamkeit der Besucher unter Beweis stellen. Bei Sonnenuntergang war es dann endlich so weit: Das in mühevoller Arbeit vorbereitete Feuer konnte entzündet werden. Es spendete bis tief in die Nacht für alle Anwesenden Wärme und Licht.

Für alle Anwesenden gab es dann noch eine Überraschung: Die diensthabenden Bergretter backten leckere Pizza und wurden dabei tatkräftig von der Jugendgruppe unterstützt.  Ein kleiner Vorgeschmack auf den geplanten Steinofen!

Sonnwend2016

Zentrales Ausbildungswochenende


Am 16. und 17. April fand unser zentrales Ausbildungswochenende (ZAW) statt. Neben dem Erste-Hilfe-Training stand natürlich auch die Rettung aus unwegsamem Gelände auf dem Programm.Schon der erste Tag hatte es in sich. Im Rahmen des medizinischen Trainings mussten drei anspruchsvolle Einsatzszenarien absolviert werden: Neben einem Waldarbeiter, der sich durch einen herabstürzenden Baum eine Beinverletzung zugezogen hatte, mussten die Teilnehmer auch einen Patient mit Herzinfarkt auf einem Jägerhochstand medizinisch betreuen sowie einen Sucheinsatz nach einer alkoholisierten Person mit Kopfverletzung und stumpfen Bauchtrauma bewältigen.

Auch am zweiten Ausbildungstag – mit dem Schwerpunkt Technik – zeigte sich das Wetter mit Dauerregen, Nebel und kühlen Temperaturen nicht von seiner besten Seite. Das machte die Rettung der drei angenommenen Verletzten an einem Abhang zwischen Rauberweide und Bissinger Tal teilweise zu einer regelrechten Schlammschlacht. Doch trotz der Widrigkeiten verlief die Einsatzübung mit Stafette, Statikseil und zwei Gebirgstragen zur vollen Zufriedenheit von Bereitschaftsleiter Jörg Hering: „Hier hat sich deutlich der hohe Ausbildungsstand unserer Aktiven gezeigt“, berichtet er. Ein besonderes Lob hat er zudem für die Bergwachtjugend: „Die Übung hat eindrücklich deutlich gemacht, dass sich die engagierte Arbeit unserer Jugendgruppe in den vergangenen Jahren auszahlt.“

Das ZAW ist eine jährliche Pflichtfortbildung für alle Aktiven unserer Bergwacht – und eine gute Gelegenheit, mit den Mitgliedern aller Dienstgruppen sowie der Jugendgruppe zusammenzutreffen.

Naturschutzprojekt der Bergwachtjugend am Osterwochenende

Gemeinsam mit dem Naturschutzreferenten hat die Jugendgruppe der Bergwacht Esslingen am Osterwochenende auf der Wiese vor der Bergwachthütte zwei Apfelbäume gepflanzt.

Einsetzen des 2. Bäumchens

Einsetzen des Bäumchens

Die Apfelbäume boten sich für dieses Projekt an, da sie kälteresistent sind und selbst noch in Höhenlagen bis 1.000 m gedeihen. Anlass für das Projekt mit der Jugendgruppe war neben der Idee eigenes Obst ernten zu können vor allem der Gedanke mit diesem Streuobstbestand als „Kleinst“-Biotop einen aktiven Beitrag zum Naturschutz zu leisten. Streuobstwiesen sind ideale Lebensräume für zahlreiche Insekten (z.B. Wildbienen) und Spinnentieren (z.B. Gartenkreuzspinne). Daneben sind sie ein wertvoller Standort für eine Vielzahl von Amphibien (z.B. Laubfrosch), Reptilien (z.B. Blindschleiche), Vögeln und Säugetieren (z.B. Igel).

Zuschütten des Pflanzlochs

Zuschütten des Pflanzlochs

Zu Beginn der Arbeiten wurden für die Bäume ein Standort mit Südost-Ausrichtung und einem Pflanzabstand von 5-7 m ausgewählt. Im Anschluss daran konnten die Pflanzlöcher ausgehoben werden, was sich angesichts der felsigen Bodenbeschaffenheit nicht ganz einfach gestaltete.

Nachdem der Erdaushub aufgelockert und mit Dünger versetzt war, wurden die Apfelbäume vorbereitet. Dazu mussten die verletzten Wurzelteile entfernt sowie die übrigen Wurzelteile eingekürzt werden. Im nächsten Schritt wurden dann der Mitteltrieb und die drei Leitäste ausgewählt und entsprechend zurückgeschnitten. Idealerweise überragt der Mitteltrieb die Leitäste um ca. 10 cm. Die Äste selbst sollten einen Winkel von 45°-90° haben und verteilt am Stamm stehen. Verteilung und Winkel der Äste sind wichtig, um ein späteres Ausbrechen bei Belastung zu vermeiden. Nach dem die Wurzeln mit Lehm eingeschlämmt waren, konnten die Bäumchen eingepflanzt werden.

Anbringen des Drahtverhaus

Anbringen des Drahtverhaus

Abschließend wurden zur Stabilisierung und zum Schutz vor Wildverbiss noch Stützpfosten und ein Drahtverhau angebracht.

Nach etlichen Stunden schweißtreibender Arbeit und viel Spaß an der Sache konnte so ein weiteres Naturschutzprojekt der Jugendgruppe abgeschlossen werden. Das Ergebnis der Pflanzaktion selbst wird die Jugendgruppe allerdings noch über viele Jahre hinweg begleiten.

 

Bild4 Bild5Beim Ausschachten der Pflanzlöcher erwiesen sich die Nachwuchsbergwächtler/innen zudem auch als aufmerksame Hobbyarchäologen und fanden Versteinerungen von urzeitlichen Meerestieren.