Rettungs-Station für durchnässte Wanderer

Am20150502_152432.geaendert Biwak bei der Bergwacht verlängerten Wochenende um den 1. Mai starteten 11 Jungen im Alter zwischen 11-15 Jahren sowie 5 Betreuer zu einer Biwak-Tour auf der Schwäbischen Alb auf. Bei dieser Gruppe handelte es sich um die „Männerakademie“ aus Pforzheim. Die „Männerakademie“ begleitet Jungen, die aufgrund ihrer familiären Situation unter großen Herausforderungen stehen und mitunter soziale Probleme aufweisen. Die letzten Wochen trainierten sie für diese besondere Tour. Unter anderem durch das Absolvieren eines Messerführerscheines. Aber auch einfache Schlafunterstände bauen und kochen am Gaskocher sollten vorher erprobt werden.  Bereits zwei Tage und Nächte waren während der Tour vergangen und die Crew wurde neben einer abenteuerlichen Befahrung der Gustav-Jakob-Höhle auch mit dem Dauerregen zu dieser Zeit konfrontiert.  Die Jungen, die größtenteils noch nie mit solch einer Situation konfrontiert waren, waren sichtlich am Ende und die Tour drohte zu kippen. Doch dann kam die Rettung. Die Rettungsstation der Bergwacht Esslingen. Die Bergretter begrüßten das Team herzlich in der warmen und trockenen Erwin-Wittmann-Hütte und stellten Platz für das Biwak zur Verfügung. Am Nächsten Tag sicherte die Jugendgruppe das spontane Angebot zum Baumklettern mit technischem Gerät ab. „Somit  wurden wir nicht nur vor der völligen Durchnässung bewahrt, sondern durften noch ein tollen Tag mit spannenden Aktionen erleben, welches den Jungs und uns sehr viel bedeutete“, stellt Rüdiger de Lenardis, Leiter der Männerakademie, dankend fest.

Die Männerakademie dankt im Namen aller Teilnehmer und Betreuer der Bergwacht Esslingen für ihre Gastfreundschaft und das tolle Kletterangebot. (R.L.)

Unterschenkelbruch direkt vor der Rettungsstation

Mit vereinten Kräften am FlaschenzugAm zweiten Tag des Vorbereitungsseminars zum SchulsanitätsCAMPS gab es für die angehenden Schulsanitäterinnen und Schulsanitäter kein Limit. Nach dem Rettungsgriff, dem Tragering, Rettungstuch, Schaufeltrage, DIN-Trage und Vakuummatratze hatten sie schon fast alles kennengelernt und ausprobiert. Und dennoch war auf die Frage: „Wollt ihr ins Gelände gehen und die Gebirgstrage kennenlernen?“ nur ein einstimmiges „JAAAA!“ zu hören.

Kurzentschlossen rüstete die Bergwacht Jugend die anwesenden mit Helm und Gurten aus und sandte einen Mimen in das abschüssige Waldgelände. Das Attack-Team versorgte die Verletzte Person. An den Statik-Seilen wurde die Gebirgstrage zur Einsatzstelle abgelassen. Gleichzeitig musste die Gruppenführerin ihr Team koordinieren. Dazu gehörte auch, für den Abtransport ein Flaschenzugsystem aufzubauen. An diesem Wurde durch das felsig-schroffe Gelände die Patientin ins gangbare Gelände gezogen. Dabei war – wie das Foto zeigt – ganzer Körpereinsatz erforderlich. Gemeinsam gelang schließlich, was für den einzelnen unmöglich gewesen wäre: Die Patientin konnte schnell und sicher zur weiteren Versorgung zur Rettungsstation gebracht werden.

 

Vorbereitungsseminar zum SchulsanitätsCAMP 2015

Wie geht das? Erste Versuche im Blutdruckmessen.Was macht die Bergwacht? Ist eine Rettung aus einem Baum anstrengend? Was unterscheidet die Bergwacht vom Straßenrettungsdienst? Auf diese und weitere Fragen gab das Vorbereitungsseminar für angehende Schulsanitäter keine Antwort sondern ein Erlebnis.

Orientiert am ABCDE-Schema des Rettungsdienstes hatten angehende Schulsanitäterinnen und Schulsanitäter die Gelegenheit, die rettungsdienstlichen Aufgaben der Bergwacht kennenzulernen und selbst einmal auszuprobieren. Schritt für Schritt führten die Bergwachtler und Vertreterinnen der Bergwacht Jugend das interessierte Publikum an die rettungsdienstlichen Maßnahmen heran. Die Zuhörerschaft regte immer wieder zur Diskussion an, denn es galt viele persönliche Erfahrungen zu diskutieren.

In den freien Minuten hüpften die Jungretter nach einer wohl anstrengenden Schulwoche wie junge Rehe durch den Wald. Tagsüber in bunten Farben aus dem frischen Grün herausstechend, Nachts im Schein der mitgebrachten Taschenlampen. Das Abendprogramm wurde abgerundet durch das Schminken von Wunden mit anschließender rettungsdienstlicher Versorgung.

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Crashrettung im Himmelreich

Doppelt gesichert ins Gelände: Bergretterin an der GebirgstrageOb wir im oder am Himmelreich waren, das konnten wir nicht sagen. Es ging um eine Crashrettung. Ziel des ersten Übungsabschnittes war es, möglichst schnell mit der Gebirgstrage zum Patienten zu kommen. Fest verbunden mit der Gebirgstrage lässt sich die Bergretterin vom Technik-Team abseilen. Dazu wird zuerst das Gelände beurteilt und das weitere Vorgehen geplant. Beim Vordringen ins Gelände kommt es dann auf die Kommunikation und taktische Änderungen an. An zwei Seilen gesichert erreichen Bergretterin und Gebirgstrage das Attack-Team, das die schnelle Erstversorgung einer Patientin der der Übung vornimmt.
Unterstützt vom Flaschenzug geht es mit vereinten Kräften dann rasch zur Hochebene, an der der Rettungsdienst die Patientin zur Fahrt ins Krankenhaus und zur weiteren Versorgung übernimmt.

Klettersteig auf der Schwäbischen Alb

IMG_0034.geaendertGeländeexpedition auf der Schwäbischen Alb: Die Jugendgruppe lernt auf ihren Exkursionen das Dienstgebiet der Bergwacht Esslingen kennen. Das Gelände erfordert dabei unterschiedliche Seiltechniken. Zur Inspektion der Örtlichkeiten am Fuß des Lämmlesfels musste die Bergwacht Jugend einen behelfsmäßigen Klettersteig errichten. Dieser ermöglichte der Gruppe das bestmögliche Eingehen auf Sicherheitsansprüche bei gleichzeitig raschem vorankommen im Gelände. Der Faktor Zeit spielt nicht nur eine Rolle in der Rettung. Auch bei einer Tour kann sie eine sicherheitsrelevante Dimension einnehmen, wenn es um den Einbruch der Dunkelheit oder die Witterung sich verschlechtert.
Die Jugendgruppe der Bergwacht Esslingen vermittelt in der Ausbildung in Mettingen wie auch auf der Schwäbischen Alb Wissen im Zusammenhang mit der Bergrettung. Das Wissen um alpine Techniken und Sanitätswesen wird gebündelt in Einsatzsimulationen. In diesen gilt es für die Jugendlichen Erfahrung zu sammeln – Erfahrung, die im Einsatz eine wichtige Ressource jeder Bergretterin und jedes Bergretters ist.
Gerne informieren wir Dich unter www.bergwacht-esslingen.de oder persönlich: *** jugendleiter@bergwacht-esslingen.de ***

Desorientiert gestürzt beim Mörikefels

Der Partnercheck - auch und gerade wenn es eilig ist.Der Schauplatz der Einsatzsimulation grenzt an das Naturschutzgebiet beim Mörikefels. In einer gemeinsamen Aktion retteten Jugendliche der Bergwacht Esslingen und die diensthabende Rettungsmannschaft eine dementiell veränderte Person. Der verunglückte 80jährige wähnte sich in seinem häuslichen Umfeld und setzte Prioritäten, die für die Bergretterinnen so gar nicht zur raschen Rettung im schwierigen Gelände passten. So standen sie stets vor dem Dilemma, ihm nicht zu Schaden, jedoch auch für sein Wohl zu sorgen: Denn das rasche und zielstrebige Handeln zum Wohl des Patienten kann rasch schädigend wirken, wenn der Betroffen Angst entwickelt, weil er die Situation nicht hinreichend versteht. Die Retterinnen begaben sich auf Neuland, ihr innerlicher Stress blieb dem Patienten verborgen, stattdessen spürte dieser nur das große Einfühlungsvermögen der Helferinnen und erlebte ein klar strukturiertes Einsatzgeschehen.

Erfahrung durch Neuorientierung

Orientierungspunkt Kröte

Erstaunt betrachtet die Kröte die Gemeinschaft der Jugendlichen. Sie fragen sich: „Wo sind wir?“, „Wo könnten wir sein?“ und „Haben wir bisher richtig gedacht?“. Die Kröte hat ihren Kompass immer dabei – die Jugendlichen heute nicht. Zudem ist der Himmel bewölkt und die Orientierung an den Sternen damit nicht möglich. Die Kröte orientiert sich an Gerüchen. Die Jugendlichen verlassen sich normalerweise erfolgreich auf Ihr Auge. Doch bei Nacht gehen Zusammenhänge Verloren und Informationen bleiben unentdeckt. Sichtbar wird nur, was sich im Lichtkegel der Stirnlampe befindet. Der Nieselregen erschwert die Sicht zusätzlich. An dieser Stelle ist Aufmerksamkeit gefragt. Die Erkenntnis, dass die exakte Orientierung verloren gegangen ist, zeigt auch auf, welche Details nicht sicher erinnert werden können. Hypothesen zum aktuellen Aufenthaltsort werden aufgestellt und überprüft. Die jungen Bergretter werten so lange Fakten aus, bis der Standort wieder sicher angegeben werden kann. Und erst tief in der Nacht lernen wir von der Kröte, es auch mal ohne Taschenlampe zu versuchen, wenn es das Gelände zulässt: Grau in Grau offenbart sich eine deutlich weitere Sicht.

 

 

Einsatzsimulation: Sturz nach Schlaganfall

Nächtlicher Einsatz der GebirgstrageIn einer nächtlichen Einsatzsimulation rettete die Bergwacht Jugend eine Person beim Mönchberg aus schwierigem Gelände. Das Attack-Team, das die rettungsdienstliche Versorgung der Patientin verantwortete, erkannte schnell die Hintergründe des Unfallmechanismus: Hinter der augenscheinlichen Beinverletzung verbarg sich ein Schlaganfall. Deshalb stellte die Gruppenführerin die schnelle Rettung der Patientin in den Vordergrund. Die Arbeit im Dunkeln und das durch Nässe und Schlamm rutschige Gelände erschwerten die Arbeit. Doch nicht einmal das fehlende Hauptsicherungsgerät konnte den Erfolg der Mission gefährden. Schnell entwickelten die Nachwuchsretter eine alternative Strategie zur sicheren Rettung.

Eine besondere Herausforderung stellte der beengte Raum dar, so konnten bekannte Wege der Umlagerung der Patientin nicht angewandt werden. Im Krisendialog entwickelten die Beteiligten die Lösung, indem Sie das scheinbar unmögliche in machbare Teilziele zerlegten.

ES putzt – Ein Stadtbilddialog

Es-Putzt.geaendertManchmal keimt in einer gelben Warnweste die Frage auf, was genau der Zweck ist, Esslingen für den Frühling heraus zu putzen. Das Stadtbild soll verändert werden, so viel ist klar. Doch geht es eher darum, schädliche Stoffe aus der Umwelt zu nehmen und korrekt zu entsorgen? Soll ein Bewusstsein für Weggeworfenes geweckt werden? Oder ein Bewusst sein, für all jenes, das noch nicht weggeworfen wurde?

Die Antwort auf die Frage erfuhren wir indirekt. In jeder Straße merkten wir, wie die freundlichen Reaktionen der Passanten unser von der Frühlingssonne verwöhntes Gesicht noch mehr zum Lächeln brachten. Mal war es nur Ihr Kommentar, dass Sie eigentlich auch gerne mitgeputzt hätten. Oder Sie haben sich mit uns über eines der skurrilen Fundobjekte unterhalten. Ganz besonders schön für uns waren aber Ihre freundlichen Worte. Manchmal haben Sie sogar extra für uns auf der Straße angehalten und gesagt: „Sie, das muss ich mal sagen, das finde ich richtig toll, was Sie da machen.“ Ja, vielleicht geht es beim Putzen gar nicht so sehr darum, dass die Straßen von Müll befreit werden. Vielleicht geht es eher darum, dass wir uns in unseren Straßen wohl fühlen.

Deshalb bedanken wir uns bei Ihnen. Vielen Dank für Ihre wohlwollenden Worte! Vielen Dank für Ihr Lächeln. Vielen Dank, dass auch Sie dazu beitragen, dass wir alle fröhlich dem Frühling begegnen.

Ehrenamtliche ganz hoch oben

Wir sagten nur: Passt auf die Kirchturmuhr auf...

Am Samstag seilten sich ehrenamtliche Mitarbeiter des BDKJs vom 44 Meter hohen Kirchturm in St. Johannes Nürtingen ab.
Im Rahmen eines Dankeschön Tages für die ehrenamtlich Tätigen des Bund deutscher katholischer Jugend (BDKJ) im Landkreis Esslingen luden die BDKJ-Dekanatsleitung und das Jugendreferat zu einer etwas außergewöhnlichen Dankesfeier ein. In Kooperation mit der Bergwacht Jugend Esslingen bestiegen 25 Jugendliche ausgestattet mit Klettergurt und Helm den Kirchturm in St. Johannes um sich dann mit fachmännischer Unterstützung aus luftiger Höhe abzuseilen. Nach dem kritischen Blick auf Seil und Sicherung steigt die Aufregung ins Unermessliche. Wage ich mich wirklich auf die andere Seite des schützenden Geländers? Kann ich denen, die mich Sichern vertrauen? Kann ich dem Seil vertrauen? Ersten Verzweiflungsrufen folgt erstaunen. Als sie wieder festen Boden unter Ihren Füßen hat, fragt eine Teilnehmerin mit weichen Knien aber entschlossener Stimme: „Darf ich nochmal?“

Da das Auf und Ab hungrig macht und die neuen Erfahrungen gerne kommuniziert werden müssen, klang der Tag in gemütlicher Runde beim gemeinsamen Grillen aus.