Unter ständiger Spannung

Unter ständiger Spannung - Rettung im abrutschgefährlichen Gelände.Gemeldet wurde der Bergwacht Esslingen das Einsatzstichwort „Gestürzte Person Nähe Wanderparkplatz Rauberweide“. Die erste Herausforderung im Übungsszenario bestand darin, die verunfallte Person zu finden. Das Attack-Team diagnostizierte eine Verletzung an der Wirbelsäule. Im steilen Gelände erforderte das ständige Absichern von Patientin, Mannschaft und Material gegen ein Abrutschen. In dieser Situation gestaltete sich eine wirbelsäulenschonende Umlagerung der Patientin auf die Vakuummatratze als besonders herausfordernd.

Der Abtransport erschwerte sich insofern, als dass ein Teil der Rettungskräfte zeitweise für die Versorgung eines weiteren Verletzten an einer zweiten Einsatzstelle gebunden waren. Dadurch wurde die Belastung des einzelnen am Flaschenzug erhöht. Durch gute Kommunikation und eingespielte Zusammenarbeit konnten alle entstehenden Schwierigkeiten behoben werden.

Schwerstarbeit am Steinbruchfels

Im Kampf gegen Zeit und Gravitation: Einsatzsimulation am SteinbruchfelsDie Mannschaft dachte, der Schulungs- und Übungsteil des Wochenendes sei vorbei, doch der Übungsleiter rief sie überraschend zu einer Einsatzsimulation am Steinbruchfels. Der Regen war nur leicht, sorgte jedoch für gefährlich rutschiges Gelände. Mit jedem Schritt mussten die Rettenden neu entschieden, ob Steinschlag oder Rutschgefahr die größere Gefahr für sich selbst oder die Kameradinnen und Kameraden darstellte. In Nässe und Kälte galt es bei einem angenommenen Beckenbruch gegen ein Auskühlen des Patienten an zu kämpfen und den Kreislauf zu stabilisieren. Zur Sicherung des Notarztes musste ein Geländerseil aufgebaut werden.

Nach der Erstversorgung im Gelände konnte der Schwerverletzte mit der Vakuummatratze geschient und in die Gebirgstrage umgelagert werden. In dieser konnte er schwebend zum Albtrauf transportiert und dort in das vorgewärmte Bergrettungsfahrtzeug gebracht werden.

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Unterschenkelbruch direkt vor der Rettungsstation

Mit vereinten Kräften am FlaschenzugAm zweiten Tag des Vorbereitungsseminars zum SchulsanitätsCAMPS gab es für die angehenden Schulsanitäterinnen und Schulsanitäter kein Limit. Nach dem Rettungsgriff, dem Tragering, Rettungstuch, Schaufeltrage, DIN-Trage und Vakuummatratze hatten sie schon fast alles kennengelernt und ausprobiert. Und dennoch war auf die Frage: „Wollt ihr ins Gelände gehen und die Gebirgstrage kennenlernen?“ nur ein einstimmiges „JAAAA!“ zu hören.

Kurzentschlossen rüstete die Bergwacht Jugend die anwesenden mit Helm und Gurten aus und sandte einen Mimen in das abschüssige Waldgelände. Das Attack-Team versorgte die Verletzte Person. An den Statik-Seilen wurde die Gebirgstrage zur Einsatzstelle abgelassen. Gleichzeitig musste die Gruppenführerin ihr Team koordinieren. Dazu gehörte auch, für den Abtransport ein Flaschenzugsystem aufzubauen. An diesem Wurde durch das felsig-schroffe Gelände die Patientin ins gangbare Gelände gezogen. Dabei war – wie das Foto zeigt – ganzer Körpereinsatz erforderlich. Gemeinsam gelang schließlich, was für den einzelnen unmöglich gewesen wäre: Die Patientin konnte schnell und sicher zur weiteren Versorgung zur Rettungsstation gebracht werden.

 

Vorbereitungsseminar zum SchulsanitätsCAMP 2015

Wie geht das? Erste Versuche im Blutdruckmessen.Was macht die Bergwacht? Ist eine Rettung aus einem Baum anstrengend? Was unterscheidet die Bergwacht vom Straßenrettungsdienst? Auf diese und weitere Fragen gab das Vorbereitungsseminar für angehende Schulsanitäter keine Antwort sondern ein Erlebnis.

Orientiert am ABCDE-Schema des Rettungsdienstes hatten angehende Schulsanitäterinnen und Schulsanitäter die Gelegenheit, die rettungsdienstlichen Aufgaben der Bergwacht kennenzulernen und selbst einmal auszuprobieren. Schritt für Schritt führten die Bergwachtler und Vertreterinnen der Bergwacht Jugend das interessierte Publikum an die rettungsdienstlichen Maßnahmen heran. Die Zuhörerschaft regte immer wieder zur Diskussion an, denn es galt viele persönliche Erfahrungen zu diskutieren.

In den freien Minuten hüpften die Jungretter nach einer wohl anstrengenden Schulwoche wie junge Rehe durch den Wald. Tagsüber in bunten Farben aus dem frischen Grün herausstechend, Nachts im Schein der mitgebrachten Taschenlampen. Das Abendprogramm wurde abgerundet durch das Schminken von Wunden mit anschließender rettungsdienstlicher Versorgung.

Sie können unsere Arbeit als Fördermitglied oder im aktiven Dienst unterstützen. Wir freuen uns auf Ihre Fragen.

Crashrettung im Himmelreich

Doppelt gesichert ins Gelände: Bergretterin an der GebirgstrageOb wir im oder am Himmelreich waren, das konnten wir nicht sagen. Es ging um eine Crashrettung. Ziel des ersten Übungsabschnittes war es, möglichst schnell mit der Gebirgstrage zum Patienten zu kommen. Fest verbunden mit der Gebirgstrage lässt sich die Bergretterin vom Technik-Team abseilen. Dazu wird zuerst das Gelände beurteilt und das weitere Vorgehen geplant. Beim Vordringen ins Gelände kommt es dann auf die Kommunikation und taktische Änderungen an. An zwei Seilen gesichert erreichen Bergretterin und Gebirgstrage das Attack-Team, das die schnelle Erstversorgung einer Patientin der der Übung vornimmt.
Unterstützt vom Flaschenzug geht es mit vereinten Kräften dann rasch zur Hochebene, an der der Rettungsdienst die Patientin zur Fahrt ins Krankenhaus und zur weiteren Versorgung übernimmt.

Klettersteig auf der Schwäbischen Alb

IMG_0034.geaendertGeländeexpedition auf der Schwäbischen Alb: Die Jugendgruppe lernt auf ihren Exkursionen das Dienstgebiet der Bergwacht Esslingen kennen. Das Gelände erfordert dabei unterschiedliche Seiltechniken. Zur Inspektion der Örtlichkeiten am Fuß des Lämmlesfels musste die Bergwacht Jugend einen behelfsmäßigen Klettersteig errichten. Dieser ermöglichte der Gruppe das bestmögliche Eingehen auf Sicherheitsansprüche bei gleichzeitig raschem vorankommen im Gelände. Der Faktor Zeit spielt nicht nur eine Rolle in der Rettung. Auch bei einer Tour kann sie eine sicherheitsrelevante Dimension einnehmen, wenn es um den Einbruch der Dunkelheit oder die Witterung sich verschlechtert.
Die Jugendgruppe der Bergwacht Esslingen vermittelt in der Ausbildung in Mettingen wie auch auf der Schwäbischen Alb Wissen im Zusammenhang mit der Bergrettung. Das Wissen um alpine Techniken und Sanitätswesen wird gebündelt in Einsatzsimulationen. In diesen gilt es für die Jugendlichen Erfahrung zu sammeln – Erfahrung, die im Einsatz eine wichtige Ressource jeder Bergretterin und jedes Bergretters ist.
Gerne informieren wir Dich unter www.bergwacht-esslingen.de oder persönlich: *** jugendleiter@bergwacht-esslingen.de ***

Desorientiert gestürzt beim Mörikefels

Der Partnercheck - auch und gerade wenn es eilig ist.Der Schauplatz der Einsatzsimulation grenzt an das Naturschutzgebiet beim Mörikefels. In einer gemeinsamen Aktion retteten Jugendliche der Bergwacht Esslingen und die diensthabende Rettungsmannschaft eine dementiell veränderte Person. Der verunglückte 80jährige wähnte sich in seinem häuslichen Umfeld und setzte Prioritäten, die für die Bergretterinnen so gar nicht zur raschen Rettung im schwierigen Gelände passten. So standen sie stets vor dem Dilemma, ihm nicht zu Schaden, jedoch auch für sein Wohl zu sorgen: Denn das rasche und zielstrebige Handeln zum Wohl des Patienten kann rasch schädigend wirken, wenn der Betroffen Angst entwickelt, weil er die Situation nicht hinreichend versteht. Die Retterinnen begaben sich auf Neuland, ihr innerlicher Stress blieb dem Patienten verborgen, stattdessen spürte dieser nur das große Einfühlungsvermögen der Helferinnen und erlebte ein klar strukturiertes Einsatzgeschehen.

Erfahrung durch Neuorientierung

Orientierungspunkt Kröte

Erstaunt betrachtet die Kröte die Gemeinschaft der Jugendlichen. Sie fragen sich: „Wo sind wir?“, „Wo könnten wir sein?“ und „Haben wir bisher richtig gedacht?“. Die Kröte hat ihren Kompass immer dabei – die Jugendlichen heute nicht. Zudem ist der Himmel bewölkt und die Orientierung an den Sternen damit nicht möglich. Die Kröte orientiert sich an Gerüchen. Die Jugendlichen verlassen sich normalerweise erfolgreich auf Ihr Auge. Doch bei Nacht gehen Zusammenhänge Verloren und Informationen bleiben unentdeckt. Sichtbar wird nur, was sich im Lichtkegel der Stirnlampe befindet. Der Nieselregen erschwert die Sicht zusätzlich. An dieser Stelle ist Aufmerksamkeit gefragt. Die Erkenntnis, dass die exakte Orientierung verloren gegangen ist, zeigt auch auf, welche Details nicht sicher erinnert werden können. Hypothesen zum aktuellen Aufenthaltsort werden aufgestellt und überprüft. Die jungen Bergretter werten so lange Fakten aus, bis der Standort wieder sicher angegeben werden kann. Und erst tief in der Nacht lernen wir von der Kröte, es auch mal ohne Taschenlampe zu versuchen, wenn es das Gelände zulässt: Grau in Grau offenbart sich eine deutlich weitere Sicht.

 

 

Einsatzsimulation: Sturz nach Schlaganfall

Nächtlicher Einsatz der GebirgstrageIn einer nächtlichen Einsatzsimulation rettete die Bergwacht Jugend eine Person beim Mönchberg aus schwierigem Gelände. Das Attack-Team, das die rettungsdienstliche Versorgung der Patientin verantwortete, erkannte schnell die Hintergründe des Unfallmechanismus: Hinter der augenscheinlichen Beinverletzung verbarg sich ein Schlaganfall. Deshalb stellte die Gruppenführerin die schnelle Rettung der Patientin in den Vordergrund. Die Arbeit im Dunkeln und das durch Nässe und Schlamm rutschige Gelände erschwerten die Arbeit. Doch nicht einmal das fehlende Hauptsicherungsgerät konnte den Erfolg der Mission gefährden. Schnell entwickelten die Nachwuchsretter eine alternative Strategie zur sicheren Rettung.

Eine besondere Herausforderung stellte der beengte Raum dar, so konnten bekannte Wege der Umlagerung der Patientin nicht angewandt werden. Im Krisendialog entwickelten die Beteiligten die Lösung, indem Sie das scheinbar unmögliche in machbare Teilziele zerlegten.

ES putzt – Ein Stadtbilddialog

Es-Putzt.geaendertManchmal keimt in einer gelben Warnweste die Frage auf, was genau der Zweck ist, Esslingen für den Frühling heraus zu putzen. Das Stadtbild soll verändert werden, so viel ist klar. Doch geht es eher darum, schädliche Stoffe aus der Umwelt zu nehmen und korrekt zu entsorgen? Soll ein Bewusstsein für Weggeworfenes geweckt werden? Oder ein Bewusst sein, für all jenes, das noch nicht weggeworfen wurde?

Die Antwort auf die Frage erfuhren wir indirekt. In jeder Straße merkten wir, wie die freundlichen Reaktionen der Passanten unser von der Frühlingssonne verwöhntes Gesicht noch mehr zum Lächeln brachten. Mal war es nur Ihr Kommentar, dass Sie eigentlich auch gerne mitgeputzt hätten. Oder Sie haben sich mit uns über eines der skurrilen Fundobjekte unterhalten. Ganz besonders schön für uns waren aber Ihre freundlichen Worte. Manchmal haben Sie sogar extra für uns auf der Straße angehalten und gesagt: „Sie, das muss ich mal sagen, das finde ich richtig toll, was Sie da machen.“ Ja, vielleicht geht es beim Putzen gar nicht so sehr darum, dass die Straßen von Müll befreit werden. Vielleicht geht es eher darum, dass wir uns in unseren Straßen wohl fühlen.

Deshalb bedanken wir uns bei Ihnen. Vielen Dank für Ihre wohlwollenden Worte! Vielen Dank für Ihr Lächeln. Vielen Dank, dass auch Sie dazu beitragen, dass wir alle fröhlich dem Frühling begegnen.