Einsatzsimulation trotz Fahrzeugdefekt…

Es muss schnell gehen: Akutes Abdomen nach einem Sturz.Die Bergwacht Jugend hat sich einmal mehr als unaufhaltsam gezeigt. Aus bisher ungeklärten Gründen fehlte an drei Reifen das Ventil. Das Einsatzfahrzeug der Bergwacht Jugend war damit im Status sechs: „nicht einsatzbereit“. Die Leiterwagen-Sonderanfertigung ermöglicht es der Jugendgruppe, gut 100kg Einsatzausrüstung einfacher zur Ort der Einsatzsimulation zu bringen. Die Jugendgruppe ließ sich nicht unterkriegen und bewies gleich zweimal, dass sie auch auf bewährte Art ohne jede Erleichterung einsatzfähig ist. So gelangte das Material auf dem Einrad der Gebirgstrage gleich zweimal zum Simulationsort am Mittagsfels. Am Samstag galt es, ein Kind, das nach dem Verstecken verschwunden war zu finden und im unwegsamen Gelände zu retten. Am Sonntag war es eine Bauchverletzung nach einem Sturz, die die Retter zu versorgen hatten.

 

Zwei-Tage-Dauerzirkel

Rettungsfahrt im Akja. Im Hintergrund: Training in der SommerrettungEs war merkwürdig, auf die übliche Einsatzsimulation zu verzichten, und doch so sinnvoll: Bei herrlichem Alb-Winter-Wetter beschloss die Bergwacht Jugend Esslingen, am „Mönchsberggletscher“ ein Zirkeltraining durchzuführen. Zwischen dem Hochliften des Akjas und der Rettungsfahrt zum Basislager wurde inmitten der verschneiten Landschaft der Umgang mit dem Sommerrettungssystem trainiert. In den Pausen wurde Ski gefahren oder einach nur das Dasein in der Gruppe genossen. Nach Sonnenuntergang wurde in den Schminktöpfen gerührt: Hinter dem Titel RND – Realistische Notfalldarstellung – versteckt sich aber nicht nur der gekonnte Umgang mit Kunstblut und Co, sondern auch die Beschäftigung mit Unfall-Szenarien und der betroffenen Anatomie. Unter sternklarem Himmel gab es schließlich alpine Ausbildung in Schnee und Eis. Scheinbar ganz nebenbei zollt die Jugendgruppe dabei ihren Tribut: mit excellentem Einsatz in der Küche konnte die ständige Einsatzbereitschaft des Rettungsdienstes durchweg aufrecht erhalten werden! Was für ein Start in ein neues Ausbildungsjahr!

Abseilen in sternklarer Nacht

Ausbildung und Belohnung: Nächtliches Abseilen der Bergwacht JugendEin metallisches, rhythmisches Klingen war mitten in der Nacht für eine halbe Stunde auf dem Weg zwischen der Rettungsstation der Bergwacht Esslingen und dem Wielandstein zu hören. Zu hell, als dass es Kuhglocken sein könnten, zu dumpf für den vorweihnachtlichen Rentierschnlitten. Es sind die Karabiner und Abseilgeräte der Bergwacht Jugend, die sich in herbstlicher Frische einem besonderen Abenteuer stellte. Möglichst leise galt es ein paar Meter näher zum Sternenhimmel hochzuklettern, bevor es am Seil entlang in die Tiefe ging. Neben der Abseilerfahrung galt es, die auf die Wahrnehmung in der Nacht zu achten: Wie verändert sich die räumliche und zeitliche Orientierung bei der reduzierten Sicht in der Nacht? Welche Geräusche werden anders oder neu wahrgenommen? Wie wirken Kälte und Bodenfeuchte in der Nacht? Unter diesen Voraussetzungen hörte man hier und da ein Steinchen knirschen und sogar das leise Surren des Seilmantels am Abseilgerät. Nach dem zweiten Mal Abseilen entschieden wir uns in Anbetracht der fortgeschrittenen Uhrzeit gegen eine erneute Runde und für den Nachhauseweg. Und wir sind uns sicher, dass das Matratzenlager nach der Nachtwanderung noch wärmer, noch weicher und noch kuscheliger war als sonst.

Kooperation von DAV und Bergwacht fortgesetzt

Andreas Bopp vom DAV und Dirk Schulze, "Außenminister" der Bergwacht Jugend bei der SchlüsselübergabePünktlich zum Beginn der dunkleren und kühleren Jahreszeit geht die langjährige und bewährte Kooperation zwischen Bergwacht und Deutschem Alpenverein (DAV) nicht nur in eine neue Runde, sondern auch näher zum Dienstgebiet. Die jahrelange Kooperation mit der DAV Bezirksgruppe Esslingen musste im vergangenen Jahr und bis auf Weiteres durch die Sperrung der Kletterwand in der Flandernstraße ruhen. Dass die Ausbildung im Klettern sowie der behelfsmäßigen Rettung jetzt wieder koordiniert ablaufen kann, verdanken wir dem Entgegenkommen der DAV Bezirksgruppe Kirchheim. Die Kooperation trägt seit Jahren reiche Früchte: Der Alpenverein ermöglicht die Ausbildung von Profis der Bergrettung – und die Bergwacht sichert die Klettergebiete auf der Schwäbischen Alb durch den Fachdienst für die Rettung im unwegsamen Gelände ab. An anderer Stelle erweitert die Bergwacht Esslingen unter dem Titel „Retten im Gebirge“ die Ausbildung des DAV. Und schließlich baut die Bergwacht auf das Wissen, das in der Alpenvereins-Sicherheitsforschung gewonnen wurde auf. Lieber Alpenverein: Vielen Dank!

Mittagsfels

Die Bergwacht Esslingen wünscht Ihnen ein gutes und gesundes Neues Jahr. Wir bedanken uns rückblickend bei unseren Freunden und Förderern für die Unterstützung, die Begegnungen und die gemeinsamen Erfahrungen im vergangenen Jahr. Die Bergwacht Jugend Esslingen startet in ein Jahr voller Einsatzsimulationen und Abenteuer am Freitag 8. Januar mit dem Thema „Materialkunde“. Wie ist ein Kletterseil aufgebaut und wie geht es kaputt? Wann verwende ich Aluminium oder Stahl-Karabiner? Und wie berechne ich die Haltekraft einer Reepschnur? Diese Fragen beantworten wir euch und teilen gerne unsere Erfahrungen rund um ’s Thema Bergstiefel und Ausrüstung. Wir treffen uns am 8.1.2016 um 17:30 Uhr im Ausbildungsheim in Mettingen, Rosenstraße 32.

Kommunikationscamp

Kommunikation & Schneeballschlacht„Wir sind ja nicht zum Spaß da…. naja… eigentlich schon“ war einer der letzten Sätze des Kommunikationscamps der neuen Jugendgruppe der Bergwacht Esslingen. Ein spontaner Satz, der bestens ausdrückt, dass wir die Ausbildung in der Bergrettung ernst nehmen – genauso ernst wie die Jugendarbeit. Es war kein einfaches Wochenende und wir haben der neuen Jugendgruppe einiges abverlangt. Sie hatten eine Zugfahrt Zeit, den Speiseplan für das Wochenende zu vereinbaren. All das mit dem Gedanken im Hinterkopf, dass die Lebensmittel zur Hütte gelangen müssen. Die Gruppe ist traditionell zu Fuß unterwegs. Mit einer Einweisung in die Hütte übergab die Jugendleitung das Zepter des Handelns an die Jugendgruppe. Ein schwieriger Akt des Vertrauens und des Aushaltens, denn es kostet Kraft, zuzulassen, dass Jugendliche etwas „nicht perfekt“ machen. Ein lohnender Akt für alle Beteiligten: Bei der Vorbereitung auf eine Schneeballschlacht bewegten die Jugendlichen massenhaft Schnee (wie bei einer Rettung aus einer Lawine). In einer erlebnispädagogischen Intervention wurden Missverständnisse in der Kommunikation greifbar gemacht. Die Nachtwanderung unter zunächst klarem Sternenhimmel war unbeschreiblich schön. Sie endete am warmen Kachelofen in der Hütte bzw. im Schlafsack. Eine Wohltat nach der Teepause am stürmischen und verschneiten Ausblick vom Breitenstein.

Bergwacht Jugend meets RTC

Oben: Eisnägel, Eisschrauben, Klemmgeärte und Schlaghaken. Unten: Brems- und SicherungsgeräteIm Stadtjugendring vernetzten sich die Akteure der Jugendarbeit. Über genau diesen Weg haben sich die Bergwacht Jugend und der neu aufgenommene Rüdern-Technik-Club (RTC) kennengelernt. Die Bergwacht ist ein Rettungsdienst im „Outback“ der Schwäbischen Alb. Der RTC widmet sich modernster Technik: Jugendliche bauen Segways, eigene Smartphones oder mit Sonnenenergie angetriebene Maschinen. Die gemeinsame Schnittstelle liegt in der Problemlösung. In einer raumfüllenden Ausstellung präsentierte die Bergwacht Entwicklungen im alpinen Gerät. Helme, Gurte, Leuchtmittel, Sicherungsgeräte, Schnee- und Lawinenmaterial weckten zahlreiche Fragen und regten zum Austausch an. Sowohl für die neue Jugendgruppe als auch für den Rüdern-Technik-Club wartete die Bergwacht mit einem besonderen Rätsel auf: „Wie kommt das Seil in den Baum?“ Als Material stand eine überdimensionale Steinschleuder, ein Wurfbeutel mit Pilotleine, ein Kambiumschoner und ein Seil zur Verfügung. Ein Kambiumschoner besteht aus einem großen und einem kleinen Ring, die mit textilem Material verbunden sind. Er wird über den Ast gelegt, damit die Wachstumsschicht der Baumrinde („Kambium“) nicht verletzt wird. Durch die Ringe läuft dann das Sicherungsseil. Nach einer halben Stunde des Rätselns in zwei Gruppen konnte das Problem gelöst werden. Das beweist wieder einmal, dass auch schwierige Probleme gelöst werden können, wenn Menschen sich gemeinsam engagieren.

Die Bergwacht Jugend trifft sich zum Hüttenwochenende am 28/29. November.  jugendleiter@bergwacht-esslingen.de

Attacke!

Absaugpumpe und HWS-Immobilisation. Kein Problem. Wir üben das ja!Es wird ernst für die Jugendgruppe. Im Dezember gibt es eine Gruppenstunde zum Thema Frakturen (so nennen wir im Sanitätswesen die Knochenbrüche). Und nach den Weihnachtsferien noch einen Themenabend zur Materialkunde. Danach geht es schon los, ab ins Gelände. Und die Jugendgruppe muss eigenständig in der Einsatzsimulation Verletzte versorgen. Grundlegend ist dabei das ABCDE-Schema. A steht dabei für „Airways“ – Atemwege. Basis der Versorgung sind freie Atemwege. Diese können etwa durch die Zunge selbst verlegt sein (ähnlich wie beim Schnarchen) oder durch Fremdkörper. Solche müssen manchmal abgesaugt werden. Den richtigen Umgang mit der Absaugpumpe haben wir ganz einfach mit einem Glas Wasser trainiert, genauso wie alle wichtigen Handgriffe, die es zur Sicherung der Atemwege zu beherrschen gilt. Ebenfalls im Bild zu sehen ist eine Halskrause, mit der die Halswirbelsäule geschützt werden kann, wenn sie verletzt ist und sich nicht weiter bewegen soll. In einer sehr aufmerksamen Gruppe konnten wir auch den zweiten Punkt, B – „Breathing“ oder „Belüftung der Lungen“ trainieren. Hierzu gehört die Kontrolle einer guten Atmung ebenso wie die stabile Seitenlage. Erst bei C – „Circulation“, die den Blutkreislauf behandelt mussten wir die Gruppenstunde beenden.

Am Freitag, 20. November treffen wir uns planmäßig um 17:00 Uhr mit dem RTC (Rüdern-Technik-Club). Achtung: schaut auf die Website, es könnte sein, dass wir erst um 17:30 Uhr beginnen.

Am Samstag 28. November treffen wir uns um 8:15 in Mettingen oder in der S1, die um 8:39 in Mettingen Richtung Kirchheim fährt. Bitte beachtet die Packliste und meldet euch per E-Mail ab, falls ihr erst später kommen könnt.

 

Attack-Rucksack und ABCDE-Versorgung (13.11.)

Attack-Rucksack im Einsatz beim SchulsanitätscampEin Einsatz im unwegsamen Gelände: Die Rettungskräfte bewegen sich hangabwärts auf die verletzte Person zu. Sie laufen seitlich der Falllienie, denn sonst könnten sie einen Steinschlag verursachen. Falls der Boden nicht genügend Trittsicherheit bietet, seilen die Retterinnen und Retter sich ab. Alle zur Diagnose und Erstversorgung wichtigen Dinge sind im „Attack“-Rucksack untergebracht. Denn: Jeder Weg zwischen Einsatzfahrzeug und Einsatzstelle kostet Zeit und Kraft. Die Jugendgruppe widmet sich am Freitag den 13. November ab 17:30 Uhr dem Attack-Rucksack. Wir bauen unser Wissen um das ABCDE-Schema aus und gehen auf geeignete Techniken sowie Diagnoseinstrumente und Versorgungsgegenstände aus dem Attack-Rucksack ein. Wir treffen uns im Ausbildungsheim, Rosenstraße32, Esslingen-Mettingen.

Raus aus der Höhle, rein in die Halle

Rückblick auf eine Klettertour im Inneren der Schwäbischen AlbEs wird Herbst. Das wissen die Fledermäuse und diese beziehen nun endgültig ihr Winterquartier – mitunter die Höhlen auf der Schwäbischen Alb. Das Bundesnaturschutzgesetzt ist für Fledermäuse sozusagen der Mietvertrag. Es regelt in § 39 die Untermiete und verweist auch die Bergwacht Jugend aus der Höhle: Vom 1. Oktober bis zum 31. März sind die Höhlen ein Ort der Stille und der Dunkelheit. Und Menschen müssen draussen bleiben. Vorbei ist es also mit schlammig-glitschigen Klettertouren im Inneren der schwäbischen Alb. Deshalb treffen wir uns am Freitag, 30. Oktober 2015 zum Klettern an der DAV Kletterwand. Um 17:30 Uhr geht’s los. Wir erwarten euch an der Bushaltestelle Hochschulzentrum in der Flandernstraße. An der Wand vertiefen wir die Kletterpraxis und Sicherungstechnik.

Die nächsten Termine:
30. Oktober 2015 – Klettern, Hochschulzentrum
13. November 2015 – SAN: Attack-Rucksack, Diagnose nach dem ABCDE-Schema
28/29. November2015 – Hüttenexkursion: Karte und Kompass
11. Dezember 2015: SAN: Frakturen